1716 legte der Großherzog der Toskana, Cosimo III, ein Medici, erstmals in der Geschichte der Menschheit, die terretorialen Grenzen einer Appellation fest: Chianti, das heutige Chianti Classico. Somit ist die Weinregion nicht nur die älteste der Welt, diese wunderbare Weinwelt zwischen Florenz und Siena feiert dieses Jahr sein 300jähriges Bestehen. Gefeiert wurde das unter anderem bei der diesjährigen Präsentation der neuen Jahrgänge in der Stazione Leopolda in Florenz, der Chianti Classico Collection 2016 (#CCC16).

Die einzigartige Location, die Stazione Leopolda in Florenz, ein stillgelegter Bahnhof, verwandelte sich auch dieses Jahr in mein persönliches Paradies: 165 Weingüter präsentierten im Rahmen der Chianti Classico Collection, auch gerne als Anteprima bezeichnet,  insgesamt 587 Etiketten, davon 47 Fassproben 2015 und 70 Chianti Classico Gran Selezione.  Es ist praktisch nicht möglich alles zu probieren, aber einiges geht dann doch. Zumindest ausreichend, um sich einen Überblick zu verschaffen, was in den nächsten Monaten oder Jahren uns aus der Welt des Schwarzen Hahn erwarten wird.

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Der Gallo Nero im Wandel der drei Jahrhunderte

Hier ein kurzer Überblick
Die verkosteten 2015 Fassproben lassen uns auf fantastische Weine mit Frucht, Struktur, ausgewogener Säure und Typizität hoffen. Auch findet man ein Strahlen in den Augen aller Winzer, wenn sie über die letzte Ernte sprechen. Schön zu sehen. Der Rosato der Fattoria di Rignana, zeigt sich bereits recht trinklaunig, kaum zu erwarten, bis dieser frische Tropfen in den Handel kommen wird.

Der Jahrgang 2014 hat noch die Kurve gekratzt, so mein persönlicher  Eindruck. Anfänglich von vielen als „Katastrophe“ oder „Disaster“ beschrieben, entwickelten sich die Weine zu durchaus sehr trinkbaren und vor allem fruchtigen Beispielen für Chianti Classico. Offensichtlich waren die letzten Wochen vor die Ernte die sprichwörtliche Rettung in letzter Sekunde. Manche 2014er zeigen etwas weniger Struktur als gewöhnlich, sind aber wunderbar fruchtig und frisch. Bei Rocca di Montegrossi oder auch Monte Bernardi konnte man allerdings die gewohnte hohe Qualität auch in diesem Jahrgang finden.

Der Jahrgang 2013 bringt uns wunderbare Weine aus dem Chianti. Man findet alle wichtigen Komponenten in einem Gleichgewicht: Frucht, Säure, Struktur und Körper. Einige Weingüter sind bereits seit einigen Monaten mit ihrem 2013 Chianti Classico auf dem Markt, jedoch werden die meisten in den nächsten Wochen damit erst beginnen, so wie zum Beispiel Monia Piccini vom Weingut Il Palagio.

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Die meisten von mir verkosteten Chianti Classico Riserva und Chianti Classico Gran Selezione waren Jahrgang 2012. Tolle Perspektiven eröffneten sich da. Zum Teil noch jung oder erst kürzlich in die Flasche gelangt, zeigen manche Weine noch eine kleine „Unruhe“. Aber die wichtigsten Komponenten für ausdrucksstarke Weine sind überall zu erkennen. Die nächsten Wochen werden sich diese Weine perfekt entwickeln können. Sehr überzeugend war für mich die Riserva von Le Fonti von Vicky Schmitt-Vitali und die Gran Selezione von Fontodi, Vigna del Sorbo, beide Weingüter aus Panzano in Chianti.

We will have fun!